Addendum 2013

Ich bin ein bisschen spät dran mit meinem Addendum für 2013, aber das liegt auch daran, dass mich fast nichts so richtig umgehauen hat. Ich war schwer begeistert von einer ganzen Reihe neuer Alben – von Prefab Sprout, Deacon Blue, Franz Ferdinand und Travis – aber keines von denen hatte den einen großen Song dabei.

Aber einen habe ich dann doch. Eine Gruppe, die ich für mich 2013 entdeckt habe, ist Band of Horses. Die hatten 2010 mit Infinite Arms ein tolles Album. Mein Lieblingssong von dem Album (Blue Beard) ist leider nicht als Single veröffentlicht worden – der hätte es direkt in die Top 50 geschafft. Aber eine tatsächliche Single, Compliments, ist auch großartig und wird hiermit in die 365 Popsongs aufgenommen.

Das ist alles. Bis nächstes Jahr!

 

Addendum 2012

Wow, es ist schon wieder ein Jahr her, dass diese Liste fertig wurde. Was ist seither musikalisch passiert? Welche Songs würden es heute in die Top 365 schaffen, die es vor zwei Jahren noch nicht gab bzw. auf die ich noch nicht aufmerksam geworden war?

  • Sometime around Midnight – The Airborne Toxic Event (2009). Ein wunderbares Stück modernen Rocks, irgendwo zwischen U2 in der Joshua Tree-Ära und heutigem Postpunkt, ätherisch und gleichzeitig laut und getrieben.
  • Mountain Sound – Of Monsters and Men (2012). Ist es prätenziös, Mountain Sound besser zu finden als den Riesenhit Little Talks? Vielleicht. Und wahrscheinlich hätten es sogar beide Songs verdient, auf die Liste zu kommen. Für ihre quirlige, auf alle Regeln des Pop pfeifende und trotzdem so extrem eingängige Art. Aber das schien mir dann doch ein bisschen viel Ehre für die einzigen zwei Singles einer brandneuen Band.
  • Set Fire to the Rain – Adele (2011). Noch eine Single, die von einem Megahit überstrahlt wird, aber ich finde sie wirklich besser – ungezügelter, emotionaler, aber auch melodischer – als Rolling in the Deep.
  • Do It Anyway – Ben Folds Five (2012). Ich habe mich während ihrer „ersten Phase“ in den ’90ern nie wirklich mit Ben Folds Five auseinandergesetzt. Dieser lakonische Superohrwurm (ja, das geht) lässt mich das jetzt irgendwie bereuen. Außerdem, habt ihr das Video gesehen? Da kommen Fraggles drin vor!

Tja dann – bis nächstes Jahr!

Addendum

So, das waren sie – meine 365 Lieblings-Popsongs.

Oder zumindest fast. Denn diese Liste habe ich natürlich vor über einem Jahr erstellt, und in der Zwischenzeit ist natürlich auch musikalisch einiges passiert. Wenn ich heute noch einmal von vorn anfangen würde, dann sähe die Liste geringfügig anders aus, denn diese sechs Songs würden sich auch darauf befinden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Breathe Me – Sia (2004). Kein neuer Song, aber einer auf den ich erst aufmerksam wurde, als ich Six Feet Under zum ersten Mal gesehen habe. Schöner traurig-wütender Rock. (Link)
  • Hollywood Hills – Sunrise Avenue (2011). Mitsing-Hymne mit Geographie-Bezug (immer ein Plus: siehe z. B. Orinoco Flow), leider vom Radio vereinnahmt und ein bisschen zu oft gehört.
  • Home – Thirteen Senses (2011). Ein wunderschöner zaghaft-melancholischer Song mit Akustik-Flair. (Link)
  • Ready to Start – Arcade Fire (2010). Großartiger, treibender Rock, der einem fieserweise den Höhepunkt (also: den Refrain) bis zum Schluss vorenthält, à la Don’t Stop Believin‘. (Link)
  • The Golden Age – The Asteroids Galaxy Tour (2009). Ein wunderbar merkwürdiger, verspielter, aber dennoch geradliniger Song, bei dem man sich höchstens an die Stimme der Sängerin gewöhnen muss (und ein Hit 2011 in Österreich und der Schweiz). (Link)
  • The Flood – Take That (2010). Eine Hymne, die ins Ohr geht – und mit einem interessanten „meta“ Text über (vermutlich) Boybands und den Ruhm und so.

So, das war’s jetzt aber wirklich. Es sei denn ich starte nächstes Jahr „52 Pop-Alben“.

Soll ich?

#1: Don’t Look Back in Anger – Oasis

Worum geht’s: Ich habe absolut keine Ahnung. Helft mir!

So, das ist er: mein Lieblings-Popsong. Zuerst gehört habe ich ihn nicht mal im Original, sondern in einer Amateur-Coverversion beim Abi-Konzert der Jahrgangs unter mir. Ich habe keine Ahnung, was er mir sagen will. Und menschlich kann man Oasis ja auch durchaus eher so mäßig finden. Aber der Song ist so großartig, eine Hymne, die eigentlich in einer Arena gehört werden will, aber durchaus auch mit Kopfhörern in der U-Bahn funktionieren kann. Ein Gitarren-Rock-Stück mit beatlesesken Melodiebögen. Mit intertextueller Referenz (sozusagen) an Imagine im „Vorspann“. Roh und doch geschliffen. Einzigartig.

Jahr: 1996.

Hitfaktor: Nr. 1 in Großbritannien, Nr. 55 in den USA, Nr. 57 in Deutschland.

#2: Birdhouse in Your Soul – They Might Be Giants

Worum geht’s: Um ein Nachtlicht in Form eines blauen Kanarienvogels. Der gesamte Song wird aus seiner Perspektive gesungen.

Und ist das nicht schon cool genug? Nein? Okay, dann will ich noch erwähnen, dass dieser Song ein absoluter Ohrwurm ist. Und dass auch dieser Song wieder nur so vor Optimismus strahlt und einen in jeder Situation aufzumuntern weiß. Ein Nachtlicht. Diese Popmusiker!

Jahr: 1990.

Hitfaktor: Top 10 in Großbritannien.

Beste Textstelle: „I’m your only friend/I’m not your only friend/But I’m a little glowing friend/But really I’m not actually your friend/But I am“ (das Nachtlicht – es ist kein Freund, weil es kein Mensch ist, aber trotzdem ist es ein metaphorischer Freund)

#3: Don’t Worry – Kim Appleby

Worum geht’s: Die Freundin (nee, is‘ klar) der Sängerin wurde von einem Arschloch verlassen, weshalb sie völlig fertig ist. Und jetzt versucht sie, sie/sich zu trösten, dass es ihr bald wieder gut gehen wird.

Top-Platzierung für: einen Solo-Künstler (weiblich).

Okay, das ist jetzt der Song, mit dem niemand gerechnet hat. Ich geb’s zu, es mögen sentimentale Gründe sein und nicht so sehr musikalische, die ihn so weit nach oben befördert haben. Ich war einst ein großer Mel-and-Kim-Fan (ich war zwölf, okay?) und ziemlich traurig, als Mel starb. Als Kim dann ein paar Jahre später zurückkehrte, und mit einem Song namens Don’t Worry (!), da war das ein Riesending für mich. – Aber das alles soll nicht heißen, dass der Song an sich schlecht wäre – im Gegenteil. Der Text mag ein bisschen schlicht sein (es ist halt Pop) und das House-Piano verankert ihn klar in den späten ’80ern/frühen ’90ern. Aber die Melodie ist hübsch, und das Gesamtpaket ist so mitreißend und fröhlich, dass es wirklich Spaß macht.

Jahr: 1990.

Hitfaktor: Nr. 2 in Großbritannien, Top 10 in Deutschland.

#4: Brothers in Arms – Dire Straits

Worum geht’s: Um die Sinnlosigkeit des Kriegs (und vermutlich des Falkland-Kriegs im Speziellen). Je nach Lesart vergibt ein sterbender Soldat seinen Feinden oder tröstet ein Soldat seinen sterbenden Feind.

Top-Platzierung für: einen Song aus den ’80er Jahren.

Also, wenn ich das erklären muss, dann kann ich euch auch nicht mehr helfen. Wem bei diesem Song nicht ein Schauer den Rücken herunterläuft, der ist aus Stein. (Mindestens.) Auch einer der ganz seltenen Songs, die trotz großer Länge (6:55 min) nicht langweilig werden. Der könnte vielmehr immer weiter gehen…

Jahr: 1985.

Hitfaktor: Top 20 in Großbritannien.

Beste Textstelle: Der Text ist von vorn bis hinten toll.

#5: Clocks – Coldplay

Worum geht’s: Unmöglich zu sagen. Vieles im Text dreht sich um Bewegung und ums Scheitern, aber ein zusammenhängender Kontext ist nicht zu erkennen.

Das Piano-Thema alleine würde schon für die Top 10 reichen, oder? Aber der zwar kryptische, lyrisch aber sehr hübsche Text schadet auch nicht gerade. Und irgendwie ist das so ein Song, von dem man denkt, dass er nie aufhören kann – und ich werde ihn auch nie über, egal, wie oft er im Radio läuft. Großartige Melodie, wunderbar komplex ausgedacht.

Jahr: 2003.

Hitfaktor: Top 10 in Großbritannien, Top 30 in den USA. Platz 50 in Deutschland.

#6: The Boys of Summer – Don Henley

Worum geht’s: Die Jugend ist verstrichen (wie der Sommer), aber der Sänger erinnert sich an seine Jugendliebe, der er irgendwie immer treu sein wird.

Top-Platzierung für: einen Solo-Künstler (männlich).

Selten gelingt es einem Song, sein Thema so klar und doch unaufdringlich im Text rüberzubringen und gleichzeitig die passende Stimmung – resignierte Melancholie – musikalisch zu erschaffen. Und das dann auch noch hübsch klingen zu lassen. Die relativ berühmte Coverversion von den Ataris ist zwar auch nicht schlecht, trifft aber nicht recht den springenden Punkt: Der Sommer ist vorbei, und man kann nichts dagegen machen.

Jahr: 1984.

Hitfaktor: Top 5 in den USA, Top 20 in Großbritannien und Deutschland.

Beste Textstelle: „Out on the road today, I saw a Deadhead sticker on a Cadillac/A little voice inside my head said, Don’t look back, you can never look back“

#7: Moonlight Shadow – Mike Oldfield

Worum geht’s: Um Mord und die Existenz im Jenseits, wo immer das sein mag. Teilweise inspiriert angeblich vom Mord an John Lennon, aber auch vom Film Houdini, der König des Varieté.

Zu kitschig für die Top Ten? Vielleicht – von Synthie-Chören bis E-Gitarre bietet dieser Song so ziemlich alles auf, was man sich vorstellen kann. Aber am Ende kann ich mich der wunderbaren Komposition einfach nicht entziehen, und der gespenstisch schöne Gesang von Maggie Reilly (für sich genommen schon toll) passt auch noch hervorragend zum lyrischen Thema.

Jahr: 1983.

Hitfaktor: Nr. 2 in Deutschland, Nr. 4 in Großbritannien.